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Hypothermiekurs

Vom Warmduscher zum Kaltduscher - ein Erfahrungsbericht

Es ist ein Samstagmorgen im Januar, das Wasser sieht kalt aus, sehr kalt. Ein halbtoter Fisch treibt auf dem Wasser. Mit kalten Füssen und einem leichten Frösteln stehen wir fünf Seedienstler auf der Mole beim Wassersportzentrum Tiefenbrunnen. Verstärkt werden wir von Gabi und Patrick. Der Galgenhumor ist verflogen und langsam dämmerte es allen, auf was sie sich da eingelassen haben: schwimmen und tauchen in 6 Grad „warmen“ Zürichseewasser.
Martin Weber steigt als erster von uns ins Wasser. Seine Miene sagt alles... Irgendwann bin ich dann an der Reihe. Langsam steige ich, wie in der Theorie gelernt, die Leiter hinunter. Das kalte Wasser kriecht langsam immer höher. Eigentlich gar nicht so schlimm, denke ich, bis mir das Wasser bis zur Brust reicht. Jetzt heisst es ruhig bleiben, tief ein- und ausatmen, dem Körper Zeit geben sich anzupassen. Jetzt noch den Kopf untertauchen und ich bin bereit zum Schwimmen. In ruhigen Zügen und immer auf die Atmung konzentriert schwimme ich der Ausstiegsstelle entgegen. Wie tausende kleine Nadelstiche spüre ich die Kälte auf der Haut. Beim Ausstieg werde ich von einem Kursleiter nach meinem Namen gefragt, etwas verblüfft kann ich ihm sogar korrekt Antworten. Ich geselle mich schlotternd zu den andern Teilnehmern, die bereits geschwommen sind. Zum Aufwärmen gibt es warme Bouillon. Man sollte den Rat der Kursleiter befolgen und die Tasse nur halb füllen, sonst verschüttet man die Hälfte. Aber zittern ist gut, versichert uns der anwesende Arzt, das ist ein Zeichen, dass man noch nicht unterkühlt ist.
In den nassen Kleidern auf der Mole stehend, warten wir auf die zweite Übung. Es gilt, eine Person, die 25m vom Ufer entfernt ist, zu retten. Da unsere Körpertemperatur mittlerweile gefühlt bei der Seetemperatur angekommen ist, können wir nun mit einem Kopfsprung rein springen. Wer hätte das von uns am Morgen gedacht? Wir Warmduscher springen ohne mit der Wimper zu zucken mit einen Kopfsprung ins kalte Seewasser.
Nach einer warmen Dusche und einer kurzen Pause stehen wir wieder auf der Mole. Es ist immer noch kalt, aber wenigstens sind die frischen Kleider trocken. Die Füsse haben sich jedoch temperaturmässig bereits wieder der Mole angepasst.
Nun stehen zwei Tauchübungen an. Was sich einfach anhört, entpuppt sich als ziemliche Herausforderung. Bereits die drei Meter Streckentauchen haben uns klar gemacht, dass im kalten Wasser einem die Luft unglaublich schnell aus geht.
Als Abschlussübung muss eine Übungspuppe aus 5m Tiefe geborgen werden. Fast schon routiniert springe ich ins kalte Nass, beruhige meinen Atem, fülle meine Lungen und tauche unter. Von der Puppe ist nichts zu sehen. Ich folge dem Seil und gleite durch das trübe grüne Wasser tiefer. Orange schimmernd erscheint die Puppe am Seegrund. Ich packe die Puppe und stosse mich ab. Ich will nur noch nach oben, denn der Lufthunger wird immer übermächtiger.
Nach einer wohl verdienten heissen Dusche und einem Mittagessen gibt es am Nachmittag noch etwas Theorie. Auf dem Nachhauseweg haben wir schon fast wieder vergessen, wie kalt es wirklich war und fachsimpeln über Biopren [sic] und „nur ein warmer Toter ist ein guter Toter“. Und es soll nun wirklich Seedienstler geben, die kalt zu Duschen angefangen haben…..

Daniel Bögli, Teilnehmer


 

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